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Herrlichkeit-Lage.de

Lage an der Dinkel ist ein kleiner idyllischer Ort im Kreise Grafschaft Bentheim, gelegen in unmittelbarer Nähe der deutsch-niederländischen Grenze. Das etwa 1000 Einwohner zählende Dorf hat eine weit in die Vergangenheit reichende Geschichte; und diese Geschichte ist eng verbunden mit der Geschichte der Niederlande.  Diese Verbundenheit liegt darin begründet, dass Jahrhunderte hindurch niederländische Herren, - Adelsfamilien - stattliche Besitzungen in Lage hatten.  Von diesen Herren ist auch für das Dorf Lage die Bezeichnung " Herrlichkeit Lage " abgeleitet, unter der Lage in naher, aber auch weiterer Umgebung bekannt ist.

Die letzte Besitzerin Baronin Marie van Heekeren van Wassenaar auf Schloss Twickel bei Delden starb 1977.  Sie hatte keine leiblichen Nachkommen und hat wohl deshalb ihren Besitz in Lage vor ihrem Tode rechtlich in eine Stiftung umwandeln lassen und hat sie der Stiftung Schloss Twickel angeschlossen; und wird auch von dort verwaltet.  Zu den erwähnten Besitzungen gehörten und gehören noch heute ausgedehnte Ländereien und großer Waldbesitz, darunter der schöne " Lager Busch " mit würdigen alten Buchen und urigen Eichen, in deren Wipfeln noch heute selten gewordene und unter Naturschutz stehende Fischreiher ihre Horste bauen und darin ihre Nachkommen aufziehen. Eine Idylle für Naturfreunde - und Beobachter und Ruhe suchende Besucher.  Das Kernstück der " Herrlichkeit Lage " aber, und Anziehungspunkt für die vielen Besucher, sind die alte Burgruine, das Herrenhaus, die alte Wassermühle und die Dorfkirche.  Die Ruine sind die Überreste einer alten Wasserburg, die bereits im Jahre 1591 genannt wird, deren Ursprung aber noch einige Jahrhunderte weiter zurück liegt; denn schon im Jahre 1183 wird urkundlich ein Herimanus von Lage erwähnt als Domherr des Bischofs von Münster.  Die Burg Lage wurde 1626 in den niederländisch-spanischen Kriegen zerstört. Anstelle des Wiederaufbaus der Burg wurde 1686 ein üppiges Herrenhaus in holländischem Baustil errichtet. Beides, Ruine und Herrenhaus liegen noch heute in einem gepflegten Schlossgarten mit altem Baumbestand, umgeben von einem breiten Burgraben, der " Timmergräfte ", einem Abzweig des Dinkel- Flusses.  Für die Besucher führt ein Wanderweg rund um die Anlage.  An der genannten Dinkel, beim Eingangstor zum Schlossgarten, siegt die schon im 13.  Jahrhundert erwähnte Lager Wassermühle, die bis etwa 1960 betrieben wurde.  Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrmals restauriert, letztmalig in den Jahren 1997-1998, und ist heute als Korn- und Oelmühle voll funktionsfähig.  Interessierte Besucher haben nach Absprache Gelegenheit zur Besichtigung des Gebäudes und können sich von Hobbymüllern das Kornmahlen und Oelschlagen vorfuhren lassen.  Während der Sommermonate ist die Mühle auch an vielen Samstagen geöffnet und in Betrieb.  Zu erwähnen bleibt noch die zum Kern der Herrlichkeit Lage gehörende evangelisch reformierten Kirche.  Der Grundstein für dieses Gebäude wurde im Jahre 1687 gelegt durch die damalige Herrin von Lage, Frau Amadea van Flodroff - Rasfeldt.  Sie war Stifterin und Patronin des Gotteshauses, sie übernahm den Unterhalt des Gebäudes, bestimmte den Prediger für die Gemeinde und hatte die Aufsicht für die rechte Verkündigung der christlichen Lehre.  Diese Pflichten und Rechte übernahmen auch die Nachfolge- Generationen bis 1978.

Eine weitere historische Besonderheit ist es wert noch erwähnt zu werden: Das Ende des 30 jährigen Krieges brachte für den Europäischen Raum große Veränderungen.  Alte Staaten wurden aufgelöst oder verändert und neue gegründet.  Bei dieser Neueinteilung wurde das kleine Lage, das nicht zur Grafschaft Bentheim gehörte, übersehen und nicht erfasst.  Das führte dazu, dass Lage zu einem selbständigen, anerkannten Kleinstaat wurde mit eigener Gerichtsbarkeit unter dem Richter Zeegers, dessen Name noch heute jedem Dorfbewohner ein Begriff ist.  Erst 1813 wurde dann die " Herrlichkeit " dem Königreich Hannover einverleibt.

Eine interessante Historie für ein kleines Dorf! Und im Einklang mit dieser außergewöhnlichen Vergangenheit hat Lage eine sehr erfreuliche Entwicklung in die Gegenwart genommen.

Dank der Sehenswürdigkeiten, der herrlich bewaldeten Umgebung mit Rad - und Wanderwegen, fern von lärmenden Verkehrsstraßen, ist das Dorf ein sehr beliebtes Ausflugsziel.  Der Besucher findet Ruhe und Erholung in reiner Natur, und daneben auch angenehme Gastlichkeit, die der Umgebung und dem Niveau eines Ausflugsortes entspricht.

Manch einer dieser Besucher äußert sich beim Abschied von Lage mit den Worten: Lage kann sich mit Recht als " Herrlichkeit Lage " bezeichnen, wobei er sich nicht auf den Ursprung des Begriffes bezieht, sondern auf die gegenwärtige Bedeutung des Wortes!

In den letzten Jahrzehnten, die wir auch noch in die Gegenwart einbeziehen, hat die Gemeinde Lage große Flächen zur Bebauung zur Verfügung gestellt. Es wurden einige Gewerbebetriebe angesiedelt und schöne ruhige Wohnsiedlungen angelegt, in denen schmucke Einfamilienhäuser errichtet wurden.  In all' den neuen Wohngebieten, wie auch im Bereich des " alten "Dorfes wird die ländliche Tradition einer guten Nachbarschaft gepflegt.  In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass im Dorfe ein ausgesprochen reges Vereinsleben herrscht.

Entsprechend der eigenen Interessen können sich Bürgerin und Bürger dem Schützenverein, Sport und Angelsportverein, den Traditionsvereinen Dorf - Burg und Mühlenfreunde und Böllerschützen anschließen.  Daneben bietet die Kirche und der Kindergarten schon den Kleinsten der Gemeinde in Krabbelgruppen, den Kindern und Jugendlichen in entsprechenden Jugendgruppen ihre Betreuung an, die auch viel und gern in Anspruch genommen wird. Nicht selten finden auf diesem Wege junge Menschen den Weg in den Kirchen - oder Posaunenchor.

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